Kurz vorab: Hier geht es um Anbieter von Research-Grade-Peptiden. Das sind Substanzen, die für Forschungszwecke gehandelt werden, nicht als zugelassene Arzneimittel (die Kurzform dafür lautet RUO, Research Use Only). Wir geben keine Dosier- oder Anwendungsempfehlung. Wir zeigen, wer offenlegt, was er verkauft, und was ein Labor in den Ampullen gemessen hat. Unsere Bewertungslogik steht auf der Seite Testmethodik.
Der Befund, der alles andere klein aussehen lässt
In einer der fünf geprüften Proben war der Wirkstoff nicht nachweisbar.
Nicht zu wenig. Nicht verunreinigt. Nicht vorhanden.
Das Prüfblatt trägt die Nummer 195814, die Analyse ist auf den 10.07.2026 datiert, das Produkt ist ein als Retatrutid verkauftes 10-mg-Fläschchen von Europa Peptides. Unter "Ergebnis" steht ein einziger Satz: Common GLP-1 peptide: not detected. Das Labor ergänzt, der gemessene Ausschlag entspreche vermutlich einem Füllstoff. [3]
Wer diese Charge bezogen hätte, hätte ein Fläschchen Füllstoff bekommen und dafür den vollen Preis bezahlt. Von außen sieht so ein Fläschchen aus wie jedes andere.
Zwei weitere Blätter sind kaum ruhiger zu lesen:
- BioLab hat statt der aufgedruckten 10 mg gemessene 15,05 mg im Fläschchen. Das ist die Hälfte mehr, als draufsteht. Gleichzeitig hat diese Probe den mit Abstand schlechtesten Sterilitätswert des gesamten Berichts. [23]
- Ein Anbieter außerhalb dieses Vergleichs lag mit 15,70 statt 20 mg bei 78,5 Prozent. Einem Käufer fehlt dort ein Fünftel der Ware, für die er bezahlt hat. [24]
Nur zwei der fünf Proben lagen beim Gehalt sauber im Rahmen. Eine davon gehört zum Anbieter, der diesen Vergleich anführt.
Warum es diesen Vergleich gibt
Forschungssubstanzen werden in einem Markt gehandelt, in dem niemand nachmisst. Es gibt keine Behörde, die Chargen freigibt, und keine Stelle, die Stichproben zieht. Was ein Anbieter über seine Ware sagt, sagt er über sich selbst.
Damit hängt alles an einer einzigen Frage: Ist in dem Fläschchen das drin, was auf dem Etikett steht? Wie berechtigt die Frage ist, zeigt dieser Vergleich selbst. Von fünf Proben lagen zwei beim Gehalt sauber im Rahmen, eine enthielt überhaupt keinen nachweisbaren Wirkstoff. In den Foren hat sich dafür eine kurze Regel durchgesetzt: "Nur getestete Kits sind gute Kits." [1]
Was wir sind, und warum ein Händler-PDF nichts beweist
Fast jeder Anbieter wirbt mit einem "Certificate of Analysis". Das ist ein PDF auf der Seite des Verkäufers. Wer es erstellt hat und ob es zur Charge in Ihrem Paket gehört, können Sie nicht prüfen. Ein erfahrener Käufer nennt so ein Papier "absolut wertlos". [2]
Ein Laborbericht mit Prüfnummer funktioniert anders. Ein Prüflabor analysiert eine Probe aus einer konkreten Charge, jede Probe bekommt eine eigene Nummer, und Sie sehen die Rohwerte statt einer Zusammenfassung. Das eine sagt "vertrau mir", das andere sagt "lies selbst".
Was wir hier tun, und was nicht. Wir sind eine Redaktion, die öffentlich verfügbare Testergebnisse auswertet. Wir haben keine Probe gekauft, kein Labor beauftragt und keinen Test bezahlt. Der Bericht, aus dem alle Zahlen auf dieser Seite stammen, wurde von einem Dritten in Auftrag gegeben. Wir lesen die Blätter, ordnen sie ein und legen jedes einzelne im Original offen. [3]